Malerischer Gipfel Pikuj

Der Gipfel (1408m hoch) ist trotz der relativ kleinen Höhe zweifellos einer der schönsten Gipfel der ukrainischen Karpaten. Er befindet sich in einer Entfernung von 150 km von Lwiw. Dieser Gipfel ist ziemlich aktiv von Touristen besucht und ist der höchste Gipfel im Lwiwgebiet. Neben den östlichen Ausläufern läuft der Autobahn Kiew – Tschop. Von hier an sieht aber der Gipfel nicht besonders beeindruckend. Die langgezogene Gebirgskette, die sich von Westen nach Osten ausstreckt, lässt es nicht bemerken, wie spitz der Gipfel ist. Viel eidrucksvollere Aussicht bekommt man vom Tal Borzhava, woher der Berg wie ein rechtwinkliges Dreieck aussieht.
Auf den südlichen Bergabhang befindet sich ein Naturschutzgebiet „Pikujreservat“, die Wälder werden aber von der lokalen Bevölkerung aktiv ausgerottet (natürlich mit der stillschweigenden Zustimmung von Waldnutzer). Im Norden liegt das „dichte“ Bojkivschtschyna – das Gebiet mit bunten Dörfern, wo man auf echte hundertjährige Häuser mit Spitzstrohdach stoßen kann. Besonders viele solche Häuser sind im Dorf Lybochora zu finden. Seine Bewohner nennen sich Hochländer. Eigentlich beginnt man von diesem Dorf an die meisten Bergbesteigungen. Der Weg führt zum Gebirgspass Ruskyj Put (vom Dorf Lybochora 1,5 Stunden), der eine herrliche Aussicht auf die Karpatengipfel anbietet – auf den Berg Ostra und aufs Tal Runa. Im Dorf Mochnate soll man von der Autobahn abbiegen und dann weitere 25 Km den Feldweg entlang fahren.
Beachtenswert ist, dass die Täler in Transkarpatien im Vergleich mit Karpatenvorland viel niedriger über dem Meeresspiegel sind aber die Gefälledifferenz (600-800 M.) schafft das Gefühl, dass man tatsächlich in den hohen Bergen ist. Das ist der Grund dafür, warum viele Leute diese Gebirgskette mit Tschornohora vergleichen, sie haben aber zum Teil Recht.
Auf dem Gebirgspass Ruskyj Put (1217 M) hat man eine gute Gelegenheit auf den Felsvorsprüngen, die dieser Gegend einen besonderen Reiz zugeben, ein paar Fotos zu machen. Dem mit dem Tal grenzenden Buchenkrummholz sollte man auch Acht geben. Das Krummholz ist ein Zeugnis dafür, wie die Natur, den zerstörerischen Winden Widerstand leistend, die Bäume wunderlich ausformt. In den ukrainischen Karpaten ist das Krummholz wegen des Talausbrennens im Frühjahr ziemlich seltene Naturerscheinung.
In nur 20-25 Minuten Spazierganges erreicht man ein malerisches subalpines Tal im Nordosten des Passes, wo man einen Zelt aufschlagen kann. Der Bach ist in der Nähe.
Am nächsten Tag kann man schon mit der Pikujbesteigung beginnen. Entscheidet man für den einfachen Weg, dann wird es circa 2,5-3,5 Stunden dauern. Während der Wanderung bleibt die Höhe fast gleich, so hat man die Möglichkeit, die Landschaften zu genießen.  Den Weg entlang gibt es auch Felsen. Besonders viele von denen findet man in der Nähe der Spitze auf dem Gebirgskamm Nondah (1303 M). Es ist ein toller Ort für Foto-Shootings und für diejenigen, die die Schönheit der Berge mit dem Pinsel zu vermitteln versuchen. Bei gutem Wetter ist im Osten ein Gebirgsmassiv Borzhava mit der Spitze Stij (1682 M) sichtbar. Im Süden strecken sich nicht steile lange Ausläufer des Berges Buzova (1095 M), den oft große Touristengruppen besuchen und den man mit Allradfahrzeug erreichen kann.
Viele beginnen die Bergbesteigung von den Dörfern Bilasovytsya und Verchnje Husne, die sich im Lwiwgebiet befinden.
Meiner Meinung nach, sind aber die Routen von dort an nicht so malerisch.
Malerisch und auch einfach ist die Besteigung vom Dorf Bukovec in Transkarpatien (von der Autobahn in Richtung Zhdaniyevo rechts abbiegen). Der Pfad aus dem Dorf führt durch den Buchenurwald zum Berg Nondah und von dort an braucht man nur 40-50 Minuten zu Fuß zu gehen um die Spitze Pikuj zu erreichen. Die Gesamtdauer der Wanderung vom Dorf bis zur Spitze beträgt also 3,5-4 Stunden und die allgemeine Gefälledifferenz – 1000 Metern!  Auf dem Weg findet man Gießbäche, wo es am besten ist, eine Pause zu machen. Höher als 1000 Meter fehlen die Bäche und Quellen, deswegen sollte man den Wasservorrat besorgen.
Für mehr wohlhabende Menschen sollte man die Aufmerksamkeit einer Reihe von Hotels zwischen den Dörfern Nyzhni Worota und Bukovec schenken. Für Familienerholung kann man sich nichts Besseres wünschen: komfortable Bedingungen und relativ leichte Berge, als ob sie speziell für aktive Erholung geschaffen würden.
Die Wanderungteilnehmer sollen warme Kleidung, einen Kompass (GPS), Karte, Regenjacke und Streichhölzer mitnehmen. Besonders viel Acht soll man den Schuhen geben, die für Bergwanderung bestimmt sind. Turnschuhe und Stiefel sind nicht empfehlenswert.

Marjan Nyschtschuk

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